Nordisch by nature

Sonntag, 30. September 2018, 
Kilometerstand: 11.988

Auf geht's nach Hamburg zum Elbecamp in der Nähe von Blankenese. Brittas Eltern sind schon ein paar Tage unterwegs und wir treffen uns dort auf dem Campingplatz. Allein die Hinfahrt zum Elbecamp ist schon abenteuerlich. Der Platz selber besteht komplett aus Sand und die Wohnwagen können nur mit Hilfe eines Treckers an ihren Übernachtungsplatz gebracht werden. Direkt am Eingang gibt es das Café Lüküs, es ist sehr chillig, morgens gibt es Brötchen und abends nette, leckere Speisen, als ordentliche Portion. Das Tollste an dem Elbecamp ist, dass wir direkt an der Elbe stehen, ein Zaun trennt uns zwar vom eigentlichen Strand, aber es fahren diese unfassbar großen Schiffe quasi im Vorgarten an uns vorbei. Der Hamburger Hafen hat auf seiner Internetseite eine Karte, in der man sämtliche Schiffe in Echtzeit an ihrer Postion sehen kann und somit weiß, welches Schiff in den nächsten Minuten kommt, wie groß und lang es ist und ob es ein Kreuzfahrt- oder Containerschiff ist. Und diese Schiffe können hochhäusergroß sein - irre! Während wir in Hamburg sind, ist auch das 5.-größte Schiff der Welt "MSC Tina" im Hamburger Hafen, es kann über 19.000 Container transportieren und ist 398 m lang.


Am Sonntagabend schauen wir uns aber erstmal nur kleine Schiffchen und vor allem Züge im Miniatur Wunderland an. Die Tickets haben wir bereits zuhause im Internet bestellt und ausgedruckt und können so an sämtlichen, nicht vorhandenen Kassenschlangen vorbeigehen. Da wir erst ab 16:30 Uhr ins Wunderland gehen, gibt es keine Schlangen - tagsüber sieht es ganz anders aus. Die einzelnen Themengebiete sind so gut wie leer und man kann alles gut sehen und auch selbst die diversen Knöpfe drücken. Besonders die Kinder sind so begeistert und ein Junge stößt mich ausversehen an und entschuldigt sich gleich. "Ist nicht nix passiert, ich stehe noch." sage ich und er antwortet mir: "Gott, sei Dank!" und erklärt mir dann ganz aufgeregt den Vulkan vor uns. Bis 21 Uhr schauen wir uns den Vulkanausbruch, das Treiben auf dem Hamburger Flughafen, ein Konzert in der Elphi, 263.000 Figuren und vieles, vieles mehr an. Am Anfang versucht man ja noch alles aufzusaugen und zu entdecken, aber so bald man in Skandinavien angekommen ist, schwirrt der Kopf und man ist nicht mehr so ganz aufnahmefähig.
 























Montag, 1. Oktober 2018
Um 11:30 Uhr haben wir eine Führung in, auf und um die Elbphilharmonie gebucht. Leider kommt man mit dieser Führung nicht in die Konzertsäle, wobei ich es wirklich versucht habe Karten zu bekommen. Es ist nicht ganz einfach: Die Karten (nur für eine Führung!), werden 3 Monate vor dem eigentlichen Termin freigegeben und somit buchbar. Ausgerechnet in dieser Woche gab es keine Führung vom Konzertsaal, somit mussten wir mit einer Lightversion vorlieb nehmen. Während der Führung wird viel über die Architektur und dessen Interpretation gesprochen und auch über das Baudrama. Für die Konzertbesucher gibt es übrigens nur 6 Damentoiletten, da man ja nur von ca. 3000 Konzertbesuchern ausgegangen ist, aber nicht mit den 17.000 Tagesbesuchern gerechnet hat. Es kann also bis zu 40 Minuten dauern, bis man eine Kloschüssel in Sichtweite hat. Auch als wir uns einen Snack gekauft haben, gab es kaum Sitzmöglichkeiten; Bänke zum Ausruhen gibt es gar nicht. Im Parkhaus haben wir auch nicht geparkt, obwohl wir mit dem SpaceCamper reingepasst hätten, aber 5€ die Stunde war uns dann doch zu teuer... Auch ohne eine Führung kann man die Elphi besuchen und mit der 82 Meter langen Rolltreppe auf die Plaza fahren. Der Blick von der Elphi lohnt sich auf jeden Fall, es ist nur ein bisschen frisch und windig dort oben.





Dienstag, 2. Oktober 2018
Da wir erst um 14 Uhr unsere nächste Führung hatten, machten wir uns auf in den Jenischpark ins "Ernst Barlach Haus". Herr Barlach war der Kumpel von Käthe Kollwitz, falls ihn jemand nicht kennen sollte ;)
Um 14 Uhr saßen wir pünktlich mit Personalausweis (Sehr wichtig! Sonst wird der Gast nicht mitgenommen und den reservierten Platz muss man trotzdem bar zahlen.) im Bus von der Firma Jasper, die Führungen im Containerhafen Hamburg anbietet. Innerhalb der 3 Stunden flogen uns die Zahlen nur so um die Ohren und das Containerschiff "MSC Tina" konnten wir dann auch näher sehen. Die Führung war toll! Wir wurden in 2 Containerhafen gefahren und hatten einen Zwischenstopp mit einer Tasse Kaffee im Seemannsclub der Seemannsmission "Duckdalben". Die Seeleute können sich bei der Seemannsmissions melden und werden dann mit Bussen von ihrem Schiff abgeholt und können dort ihre Freizeit verbringen, kiloweise Schokolade einkaufen und günstig in ihre Heimat telefonieren. Im Obergeschoss gibt es einen Gebetsraum in dem jede Religion eine eigene Andachtsniesche, jede Glaubensrichtung wird für die Besucher kurz erklärt.

























Im ersten Containerhafen "Burchardkai" können wir einigen Arbeitern beim Löschen der Schiffe zuschauen und dort laufen wirklich noch Menschen herum. Es ist schon lustig, wie die Arbeiter mit ihren Van-Carrier durch die Gegend fahren und mal eben so einen riesigen Container unter sich schnallen und ihn locker-flockig zu seinem neuen Standpunkt fahren. Im zweiten Hafen "Altenwerder" den wir ansteuern, läuft das alles automatisch ab und es sitzt kein Arbeiter auf den kleineren Maschinen, die wie durch Geisterhand über das Hafengelände fahren. Auch die riesigen Containerbrücken werden nicht mehr per Hand gesteuert; beängistend und erstaunlich zugleich. Es ist wirklich eine lohnenswerte Bustour, man sieht Hamburg noch einmal von einer ganz anderen Seite.






















Mittwoch, 3. Oktober 2018
Am Morgen haben wir einen Feiertagsspaziergang bei feinem Sonnenschein in Blankenese gemacht. Treppen hoch, Treppen runter, zwischendurch mal wieder hoch, um dann wieder runter zur Elbe zu gehen und dann ging es auch schon wieder steilbergauf. Blankenese ist wirklich ein wunderschöner Ort mit tollem Blick auf die Elbe, aber diese Treppen! Die Anwohner können zum Teil gar nicht mit dem Auto zu ihren Häusern; schleppen sie alle Einkäufe zum Haus? Ela und ich haben immer nur an den armen Zusteller gedacht und haben nach der Reise ein Youtube-Filmchen über den ehemaligen Zusteller gefunden. Oben im Zentrum von Blankenese haben wir uns noch ein kleines Eis in der Sonne gegönnt und sind dann nach Wedel gefahren. Dort gibt es das "Willkomm Höft", das alle größeren Schiffe in ihrer Landessprache und Nationalhymne begrüßt. Wir saßen vielleicht eine halbe Stunde auf dem Anleger und während dieser Zeit gab es drei Mal die deutsche, die luxemburgische und die niederländische Nationalhymne. Seit 1952 werden die Schiffe begrüßt und das mehrmals am Tag - ob die Anwohner das auch noch so toll finden? Das Restaurant hat leckere Torten und das Essen sah auch toll aus, aber es war schon sehr voll, um dort einen Platz am Fenster zu bekommen, braucht man Geduld oder Glück.

Donnerstag, 4. Oktober 2018
Nach dem Frühstück haben wir uns von unseren Reisebegleitern getrennt. Wir fahren Richtung Flensburg und Brittas Eltern wollten nach Fehmarn fahren. Seit dem wir alleine unterwegs sind, frühstücken wir später und erleben auch nicht mehr so viel. Wir leben einfach in den Tag hinein und lesen auch mal in unseren Büchern weiter. Deshalb gibt es jetzt auch nicht mehr so viel zu schreiben, aber ich werde die Camping- und Stellplätze mit Preisen auflisten und von unseren Highlights berichten.



Kommentare